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DIE SCHWARZEN BÄUME standen hoch und still im Wald und Nebelschwaden waberten um ihre Stämme. Ein unheilvolles Licht tauchte den dunklen Ort in eine beunruhigende Atmosphäre, es war weder Sonnen- noch Sternen- noch Mondlicht.

Plötzlich huschte ein Schatten von einem Baum zum nächsten. Dann noch einer. Dann noch einer. Und schließlich waren es unzählbar viele. Sie kreisten um eine Lichtung und knurrten alle so laut, dass der Boden zu vibrieren und die Bäume zu wackeln schienen.

"Nein!", schrie Ahornfrost entsetzt. Was machte sie hier im Wald der Finsternis? Sie hatte doch gar nichts Böses in ihrem Leben getan! War der SternenClan wütend auf sie, weil sie einst eine Einzelläuferin war? Weil sie jetzt noch immer an die Sonnenspringer und den SternenClan selbst glaubte? Nein. Nein. Nein! Fassungslos und starr vor Schreck stand sie da und kam sich vor wie die Bäume um sie herum. Die Schatten wurden noch mehr, und plötzlich stand ein riesiger hellgrau geräderter Kater mit stechenden gelben Augen, die sich durch ihren Körper bohrten, als wäre Ahornfrost nichts, vor ihr.

"Doch", erwiderte er grinsend und auf ein Schwanzschnippen hin traten drei weitere Katzen an seine Seite: Eine weiße Kätzin mit zerfetzten Ohren und sehr löchrigem Fell, ein dunkelbrauner Kater mit seltsamen grünen Augen und eine schwarz-weiße Kätzin mit ebenso neongrünen Augen. Die schwarz-weiße Kätzin murmelte ihm etwas ins Ohr, was Ahornfrost nicht verstand, und der hellgraue Kater schnappte aggressiv nach ihr. "Halt dein Maul, Chamäleonschweif! Wenn du weiter herumnervst, wird es dir genau wie deinem Vater ergehen!"

Wütend und erschrocken sah Chamäleonschweif ihn an. "Bitte, lass Taukralle aus dem Spiel. Er war eigentlich im SternenClan! Und du hast ihn entführt, genau wie mich. Du bist ein Tyrann, Fetzstern. Kannst du die Clans nicht einfach von dir befreien? Au!" Entgeistert jaulte die Kätzin auf, als Fetzstern ihr mit seinen extrem scharfen Krallen die Flanke zerfetzte. Dann hieß er wahrscheinlich mal Fetzkralle?, vermutete Ahornfrost noch immer erstarrt.

Plötzlich löste sie sich aus ihrer Starre und sprang ohne weiteres auf Fetzstern zu und krallte sich an seinen Schultern fest. Der war erst einmal ein bisschen benommen von Ahornfrosts Biss in seinem Nacken, doch dann drehte er sich um und ließ sich mit seinem riesigen Körper mitten auf die Kriegerin fallen. Er war so schwer, dass sie keine Luft mehr bekam, worauf sie panisch nach Luft suchte. Während sie versuchte, sich zu befreien, verschwand plötzlich das Gewicht auf ihr und sie atmete erleichtert ein.

Aber das Gefühl hielt nicht lange an. Chamäleonschweif hatte sie gerettet? Dann musste sie sich doch revanchieren, denn die weiße Kätzin kreischte erneut und fauchte, als Fetzstern ihr mit den Krallen über die Nase fuhr. Schnell sprang Ahornfrost dazwischen und sein nächster Biss zerriss ihr das Ohr. Sie fühlte, wie ihr eigenes Blut über ihren Hinterkopf rann.

Da spürte sie brennenden Schmerz in ihrem Genick und sah dann nur noch schwarz. Sie hörte Chamäleonschweifs überraschten Schrei und dann ein triumphierendes Knurren von Fetzstern:

"Gekrümmt werden Raum und Zeit! Die Sieben Katzen werden durch die Vergangenheit der Clans springen und in die Zukunft hinausblicken. Reißt die Raumzeit auseinander!"